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Die ÖTSM traf sich zu
Saisonlauf 2 im bayerischen Ampfing und eigentlich
war es die Wettervorhersage die so manchen auf
Überraschungen hoffen ließ. Doch die große
Überraschung war schon lange Zeit vorher vom
deutschen Bundestag in die Wege geleitet worden.
Eurosuper E10 hieß der rennbestimmende Faktor im
samstäglichen 6h Rennen oder dem was davon übrig
blieb. Zunächst der Reihe nach. Bei tollem Wetter
liefen das freie Training und auch das Qualifying
noch großteils problemlos. PKR mit Siegi Perchtold
am Steuer holte die Poleposition vor HÖRLE Racing
KRONEHIT (Manuel Tenschert) und Brenntag p.b. HKS
(Markus Haimbuchner). PKR konnte auch gleich am
Start wegziehen und die Führung bis zur 5 Runde
halten, dann mussten die Steirer an die Box wegen
eines Kettenschadens. Danach ging es Schlag auf
Schlag. Zunächst erwischte es SRT, nach den
Tankstops Brenntag und andere Teams.
Und seit dem SRT–Defekt war Christian Konrad
alarmiert. Während des 4. Turns rief Konrad dann
alle Teamchefs zusammen um das Problem zu
diskutieren und Lösungen zu suchen. Denn in der
üblichen Hast hatte man versehentlich Eurosuper
E10 für die Tankstelle an der Rennstrecke
eingekauft und genau da lag das Problem. Der hohe
Biospritanteil setzte den Gummidichtungen und
Schläuchen massiv zu. Womit sich die Frage auftut:
Wenn Biotreibstoff so aggressiv ist, wie sehr „bio“
ist er dann eigentlich. Die überwältigende
Mehrheit der Teamchefs stimmte für den Vorschlag
Konrads das Rennen abzubrechen und das Ergebnis zu
annullieren. Sigi und Christian Konrad waren sich
aber einig: „Wenn wir als Veranstalter Sprit zur
Verfügung stellen, der aus unserem Rennen eine
Lotterie macht, dann ist es besser abzubrechen und
Verlust zu schreiben, als hier die Grundlagen des
Motorsports zu missachten. Heute hätte derjenige
gewonnen, dessen Gummiteile im Benzinförderbereich
am längsten gehalten hätten, aber sicher nicht die
Besten. Das wollen wir nicht.“
Natürlich wurde sofort anderer Sprit besorgt und
unter tatkräftiger Mithilfe von Roman und Adrian,
den beiden ÖTSM – Mechanikern, alle Karts wieder
instand gesetzt. Den restlichen Tag durften die
Teams zum Testen und abstimmen verwenden. Die
meisten nutzten diese Gelegenheit um ihre Renner
für die sonntäglichen Sprints absolut in Form zu
bringen.
Der erste Sprint des Sonntages zeigte dann auch,
dass die Teams ihre Hausaufgaben gemacht hatten.
Eine Dichte wie sie sonst eher im 2-Takt Bereich
zu finden ist, beherrschte nicht nur diese erste
Qualifying und so lieferten die Teams 8 spannende
Rennläufe ab. Klar blieb es dabei nicht immer ganz
berührungsfrei und es gab diesbezüglich auch die
eine oder andere Diskussion im Fahrerlager, die
ein bisschen mehr harmonischen Ton vertragen
hätte. Alles in allem jedoch ging es fair und
trotzdem hart zu Sache
Vier der acht Läufe holte sich Brenntag p.b. HKS,
wobei je 2 Siege Markus Haimbuchner und Andreas
Heisinger einfuhren. Je einen Laufsieg konnten SRT
p.b. B&B (Lukas Hackensellner), HÖRLE Racing
KRONEHIT (Manuel Tenschert), East Real Power One
(Roberto Pesevski) und SiteX Databusiness (Roman
Schneider) erringen. In genau dieser Reihenfolge
belegten die Teams auch die Plätze 1 – 5 in der
Gesamtwertung.In der Mastersteamwertung fand sich
SiteX Databusiness durch den Laufsieg natürlich
ganz oben am Stockerl, flankiert von Bodystream
Racing Team und Just Kamikaze Racing.
Die Gesamtwertung der Fahrer holte sich
Lokalmatador Markus Haimbuchner von Brenntag p.b.
HKS. Der junge Bayer war an diesem Sonntag das Maß
der Dinge. Auf den Plätzen 2 und 3 fanden sich
Roman Schneider (SiteX Databusiness) und Manuel
Tenschert (HÖRLE Racing KRONEHIT).
In der Damenwertung fand man die jüngste Dame ganz
oben. Die 16-jährige Ines Gruber (Eastreal Power
Racing), eigentlich eher im Tourenwagen unterwegs
konnte sich bei ihrem Ausflug zurück in den
Kartsport knapp vor Ex-Teamkollegin Jessica Klima
(HÖRLE Racing biz:Consult) durchsetzen. Rang 3
belegte Evelyn Enzenhofer, die damit den Tag für
ihr Team PAA Racing p.b. Bulla einigermaßen retten
konnte. Insgesamt waren 9 Damen am Start, doch für
das Blackcolors Ladies Team war wahrhaft alles
black. Tanja Carina Müller im O-Ton: „Das Kart
wurde von Lauf zu Lauf schlechter. Ich konnte mich
in meinem Sprint über einige Zeit mit Ines
(Gruber) matchen, aber das Ding wurde immer
unfahrbarer. Ich musste sie ziehen lassen. Am Ende
des Tages hat die Franzi Dupke das Kart dann
abgestellt. Es hatte keinen Sinn mehr.“
Bei den Junioren setzte sich erwartungsgemäß
Christoph „Wichtel“ Stasek (Cerberus IT p.b. KCM)
durch. Ein neues Gesicht fand sich mit Constantin
Cernov (Kartfriends) auf Rang 2. Dritter wurde
Nico König (Eastreal Power Racing). Aber die
Jugend drängt weiterhin forsch in den Kartsport.
So sind mit den Gebrüdern Klammerberger im Team
Speedarena gleich 2 weitere junge Herren auf
hoffnungsvollen Pfaden in der ÖTSM unterwegs.
Hoffentlich auf derselben Ideallinie wie
Tagessieger Markus Haimbuchner, der 2005 als
13-jähriger sich ebenfalls in der ÖTSM die ersten
Sporen verdiente
Die Fahrerwertung bis 195kg holte sich Andreas
Heisinger (Brenntag p.b. HKS) mit 2 tollen
Laufsiegen. Rang 2 ging an Marcus Kling (Eastreal
Power One) und Dritter wurde Johannes Neuhauser
für SRT p.b. B&B. Die Fahrerwertung bei den
Masters sicherte sich Roman Schneider im SiteX
Databusiness Kart. Mit ihm durften Michael
Gmundner (Brenntag p.b. HKS) und Mr. kartsport.at
Hannes Gsell (HÖRLE Racing KRONEHIT) das
Siegerfoto vervollständigen. In der Meisterschaft
ist Brenntag nun nach 2 von 5 Rennen der große
Favorit. Ob die bayerisch–österreichische
Renngemeinschaft dieser Rolle gerecht werden kann,
wird man am 18. und 19. Juni in der Speedarena
Rechnitz beobachten können. |